LinkedIn bestrafe künstliche Aufforderungen und treffe inzwischen auch andere, schreibt Richard van der Blom in seinem Newsletter vom 13.10.2026. Als Beleg nennt er eine Auswertung von Naïlé Titah (MagicPost): Posts, die mit „Kommentieren Sie X, ich sende Ihnen Y“ enden, erreichten vor dem 27.07.2026 im Schnitt 9 % mehr Impressionen als die übrigen Posts ihrer Autoren. Aktuell sind es 52 % weniger. Die Auswertung misst Kommentar-Aufforderungen, keine Bitten ums Speichern, und die Zahl der ausgewerteten Posts kenne ich nicht.

Ob das auch für die Bitte ums Speichern gilt, habe ich an drei eigenen Posts verglichen. Mein Zwischenstand: Der Post mit Bitte wurde kein einziges Mal gespeichert. Ob die Bitte der Grund war, kann ich nicht sagen.

Warum das Speichern zählt

Laut Richard van der Bloms laufender Recherche für das November-Update seines Algorithm Insights Reports zählt eine Speicherung im Oktober so viel wie 10 bis 12 Likes von direkten Kontakten. Im März waren es 14 bis 16. Blom schreibt selbst, die Veränderung seit März sei größer als erwartet. Es sind seine vorläufigen Schätzungen, keine Zahlen von LinkedIn.

Was ich verglichen habe

Ich habe drei Posts verglichen. Die Impressionen gelten für sieben Tage, die Werte stammen aus LinkedIn Creator Analytics und AuthoredUp.

  • Der Post vom 14.10.2026 enthielt eine Bitte ums Speichern. Er erreichte 183 Impressionen und 0 Speicherungen.
  • Der Post vom 10.10.2026 hatte keine Bitte. Er erreichte 576 Impressionen und 1 Speicherung.
  • Der Newsletter-Hinweis vom 16.10.2026 hatte ebenfalls keine und erreichte 473 Impressionen und 3 Speicherungen.

Ein üblicher Post von mir kam im August und September auf 739 Impressionen (Median). Der Post mit Bitte lag 75 % darunter, der Post vom 10.10. 22 % darunter.

Warum das kein Beweis ist

Die drei Posts hatten unterschiedliche Themen. Der Newsletter-Hinweis verweist auf einen Artikel und hat einen höheren üblichen Wert (1.186 Impressionen). Mein üblicher Wert stammt aus einem anderen Zeitraum. Die Speicherungen sind Werte vom 22. bis 27.10.2026, wann genau sie innerhalb der sieben Tage kamen, lässt sich nicht prüfen.

Der Unterschied ist auffällig. Eine Abstrafung belegt er nicht, Richard van der Bloms Aussage widerlegt er auch nicht.

Wie es weitergeht

Als Nächstes lasse ich bei einem Post die Schlussfrage weg. Das ist eine andere Frage als die nach der Bitte ums Speichern.

Haben Sie schon einmal geprüft, ob eine Bitte ums Speichern bei Ihnen etwas ändert? Was kam heraus?