Ausgerechnet die Methode, mit der externe Links jahrelang aus dem eigentlichen Beitrag herausgehalten wurden.

Die Zahlen im Detail

  • Ein Link direkt im Post-Text kostet im Schnitt rund 19 % Reichweite.
  • Ein Link im ersten Kommentar, über Jahre als sichere Umgehung gehandelt, kostet inzwischen bis zu 80 %. Die vermeintlich clevere Lösung ist damit die teurere geworden, nicht die günstigere.

Was Bridge Behavior bedeutet

In der Branche hat sich dafür der Begriff „Bridge Behavior“ etabliert: Beiträge, die erkennbar darauf angelegt sind, Nutzer von der Plattform wegzuführen, werden gedrosselt. Das ist wenig überraschend, wenn man bedenkt, dass LinkedIns Geschäftsmodell auf Verweildauer beruht, nicht auf Klicks nach draußen. Ob „Bridge Behavior“ ein offizieller LinkedIn-Begriff ist oder sich in der Branche informell etabliert hat, lässt sich nicht abschließend klären, aber die zugrunde liegende Mechanik ist es durchaus.

Meine eigene Konsequenz

Für mich bestätigt das eine Entscheidung, die ich schon länger umgesetzt habe: Externe Links packe ich ins Profil, im Beitrag verweise ich direkt darauf. Damit muss ich weder darauf hoffen, dass der erste Kommentar durchrutscht, noch einen externen Link in den eigentlichen Beitrag setzen. Beides umgeht das Problem an der Wurzel, statt nur eine Platzierung gegen eine andere auszutauschen.

Und ganz nebenbei räumt das mit einem LinkedIn-Ritual auf, das sich erstaunlich hartnäckig hält: „Link im ersten Kommentar.“

Prüfen Sie Ihre letzten fünf Posts: Wie oft stand der Link direkt im Text oder im Kommentar? Vielleicht steckt dort mehr verschenkte Reichweite als bisher angenommen.