Der Formatvergleich

Ich habe in den letzten drei Monaten mehrere eigene Formate gegeneinandergehalten: Newsletter, Karussell, reiner Text und ein einzelner Bild-Beitrag. Gewonnen hat wieder mal der Bild-Post – trotz aktuell gut laufendem Newsletter und trotz der zusätzlichen visuellen Möglichkeiten eines Karussells.

Der Depth Score als Erklärung

Seitdem beschäftigt mich der Depth Score deutlich stärker. Reine Reaktionen erzählen nur einen Teil der Geschichte, denn LinkedIn bewertet inzwischen zusätzlich, wie gründlich ein Beitrag gelesen wird: wie lange jemand beim Beitrag bleibt, ob „…mehr anzeigen“ geöffnet wird, ob der Beitrag gespeichert wird, und ob jemand anschließend das Profil besucht.

Die Beobachtung bei eigenen Beiträgen

Bei meinen eigenen Beiträgen sehe ich parallel: Kurze Posts, die vor einigen Wochen gut liefen, erzielen inzwischen schwächere Ergebnisse bei vergleichbarer Themenqualität. Das allein beweist keine Kausalität, aber es reicht als Beobachtung, um eine alte Gewohnheit infrage zu stellen.

Die Konsequenz für die eigene Schreibpraxis

Also habe ich mein Schreiben verändert: bewusster veröffentlicht, dafür mit mehr gedanklicher Tiefe pro Beitrag, auch wenn ein Gedanke mal über die hübschen fünf Zeilen hinausgeht. Argumente werden ausgeführt, Beispiele bekommen Platz, und ein Post darf auch mal länger sein, wenn der Inhalt es trägt.

Ob der Depth Score allein diese Ergebnisse erklärt, kann ein einzelner Formatvergleich nicht beweisen. Für die eigene Content-Planung reicht die Beobachtung trotzdem aus, um Kürze nicht länger automatisch zu bevorzugen, nur weil sie auf LinkedIn schön aussieht.

Prüfen Sie anhand Ihrer eigenen Beitragsanalysen, ob kürzere Beiträge in Ihrem Netzwerk zuletzt eher gewonnen oder verloren haben und ob sich ein bewussterer, inhaltlich tieferer Ansatz für Ihre eigene Strategie lohnt.