GIFs machen LinkedIn-Kommentare bunter. Für gute Kommentare würde ich meine Zeit aktuell trotzdem anders investieren. Das zeigt ein eigener Test des im Juni 2026 eingeführten Features „GIFs im Kommentar“.
- Verfügbarkeit: nur im Feed nutzbar
Die GIF-Funktion lässt sich ausschließlich beim direkten Kommentieren im Feed öffnen. Bei einem gespeicherten Beitrag oder über einen kopierten Link steht sie nicht zur Verfügung. Wer einen Beitrag also nicht sofort im Feed kommentiert, sondern erst später darauf zurückkommt, hat auf diesem Weg keinen Zugriff auf das Feature.
- Auswahl: dünner als erwartet
Für meinen Test wollte ich einem Beitrag über zunehmende Aggression im Straßenverkehr humorvoll zustimmen. Die Suche nach naheliegenden Begriffen wie „Zustimmung“ blieb ergebnislos. Erst über den Umweg „enttäuscht von den Menschen“ fand sich ein GIF, das die eigentliche Aussage transportierte. Wer eine bestimmte Haltung über ein GIF unterstreichen möchte, muss teils deutlich um die Ecke denken, um überhaupt etwas Passendes zu finden.
- Anbindung: Klipy direkt ist schneller
LinkedIn bezieht die GIFs über den Anbieter Klipy. Öffnet man Klipy direkt, statt über die LinkedIn-Integration, findet man passende GIFs deutlich schneller und in größerer Auswahl. Die Integration bremst damit einen Prozess aus, der außerhalb von LinkedIn bereits gut funktioniert.
Insgesamt zeigt der Test: Das Feature erhöht den Zeitaufwand für einen Kommentar, ohne dessen inhaltliche Substanz zu verbessern. Ein GIF kann einen Kommentar auflockern, es ersetzt aber keine fachliche Aussage.
Für Berater, Coaches und Führungskräfte in technologieorientierten KMUs, die über Kommentare gezielt Positionierung aufbauen, bleibt deshalb der Inhalt der entscheidende Hebel. Prüfen Sie bei neuen LinkedIn-Features immer zuerst, was sie tatsächlich für die fachliche Wirkung Ihrer Kommentare bringen, bevor Sie Zeit investieren.





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